»Die Seele geht zu Fuß«
(arabisches Sprichwort)
Fußpilgern mit Pilgerausweis (Stempel gibt es im Rathaus oder beim Förderverein) wird in Frommenhausen Unterkunft für eine Nacht in der Pilgerherberge gewährt.
Hier können Sie den Flyer zur Pilgerherberge Frommenhausen herunterladen.
Die Website der Pilgerherberge erreichen Sie auf www.pilgerherberge-frommenhausen.de.
Telefonische Voranmeldung im Rathaus beim Ortsvorsteher Kurt Hallmayer, Telefon 07478 1294 oder bei Brigitte Abt-Harrer, Telefon 07478 261323 (bitte unbedingt 3 Tage im voraus!).
Weg zur Pilgerherberge jetzt im WanderWalter!
Die Streckenführung von Rottenburg nach Frommenhausen können Sie über die Karte im WanderWalter leicht nachvollziehen.

Übernachtungen in Frommenhausen sind für Pilger auf folgenden Strecken interessant:
Tübinger Jakobsweg, Beuroner Jakobsweg, Hohenzollerischer Jakobsweg.
1510 pilgerte Jacob Beyter, der Schulmeister, Mesner und Organist in Hirrlingen war, von Frommenhausen an das Grab des Apostel Jakobus im nordspanischen Santiago de Compostela und kehrte gesund wieder zurück. Was an ihn erinnert, ist sein Grabstein, der sich neben dem Kirchturm in unserer Nachbargemeinde Hirrlingen befindet.
Google-Maps rechnet einfach 2.101 Autobahn-km für diese Strecke: Eine unglaubliche Leistung, die Jacob Beyter vor 500 Jahren vollbrachte.
Die Inschrift auf dem Grabstein (aus der Oberamtsbeschreibung von 1900):

»Als man zalt 1562 am 5. Mai starb der ehrbare Jacob Beyter von Frommenhausen, dem Gott gnädig sein wölle. Im Jar 1510 ist der obgemeldt gen St. Jacob gezogen.«
Unter dieser Inschrift findet sich eine Pflugschar.
In den genealogischen Forschungen von Oskar Kurz, Hirrlingen, findet sich in der Beuterschen Ahnentafel ein Eintrag eines »Jakob Beither«, geboren 1480, gestorben 1562. Dieser Ahne scheint identisch mit unserem Jacob Beyter zu sein. Dann wäre der Pilger stolze 82 Jahre geworden.
Jakobus der Ältere († ca. 44 n. Chr.) war einer der zwölf Apostel Jesu Christi. In der evangelischen und katholischen Kirche ist sein Gedenktag der 25. Juli.
Der Jakobstag (St. Jakob, kurz Jakobus oder Jakobi) ist seit dem 8. Jahrhundert als Festtag für Jakobus den Älteren, Bruder des Evangelisten Johannes nachweisbar.
Im Mittelalter führte der Jakobsweg unter anderem über den europäischen Ost-West-Wanderweg von Prag über Nürnberg, Würzburg und Rothenburg ob der Tauber durch den ostwürttembergischen Raum, in dem es seit Förderung der Wallfahrt durch die Staufer besonders viele Jakobuskirchen gibt. 2004 ist ein neu ausgezeichneter Jakobsweg vom fränkischen Rothenburg nach Rottenburg am Neckar eingeweiht worden. Seitdem ist eine durchgehende Wallfahrt von der tschechischen Grenze bis nach Frankreich möglich. Die 244 Kilometer lange Route führt über landschaftlich reizvolle Wege entlang der alten Trasse, aber nicht über den mittelalterlichen Jakobsweg.
Das überlieferte Grab des heiligen Jakobus des Älteren in der Kathedrale von Santiago de Compostela in Galicien in Nordspanien entwickelte sich seit dem 9. Jahrhundert zur bedeutendsten christlichen Wallfahrtsstätte nach Jerusalem und Rom. Die Jakobspilger brachten zum Beweis dafür, dass sie bis ans »Ende der Welt« (Kap Finis-terre) im äußersten Westen (Ort des Sonnenuntergangs und des Todes) gelangt waren, die Jakobsmuschel als besonderes Geschenk des Atlantiks mit nach Hause. Seit 1122 wird ein heiliges Jakobusjahr gefeiert, wenn das Jakobusfest am 25. Juli auf einen Sonntag fällt. Seit dem Aufruf des Europarats 1987 zur Wiederbelebung der Jakobuswege erlebt diese »europäische Kulturbewegung« eine Renaissance.